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Pumpen, pflegen und prüfen – so wird das Radfrühlingsfit

Wer nicht ganzjährig radelt, holt vielleicht in den nächsten Tagen das erste Mal seinen Drahtesel ans Tageslicht. Vor der ersten Tour sind dann ein kleiner Check und ein bisschen Pflege angesagt.

Pumpen, pflegen und prüfen – so wird das Radfrühlingsfit

Selbst Hand anlegen: Für einfache Check- und Pflegearbeiten sind gar nicht so viele Utensilien nötig. FOTO CHRISTIN KLOSE/DPA

Der Frühling naht, die Lust auf die erste Fahrradtour des Jahres steigt. Wer nicht täglich, sondern nur saisonal radelt, hat sein Rad jetzt aber vielleicht schon lange nicht mehr gefahren. Ein kleiner Check in fünf Schritten macht das Rad wieder fit. Am wichtigsten sind dabei die Reifen, das Licht, die Bremsen, die Kette und Schraubverbindungen, so der Pressedienst Fahrrad (pd-f). Aber auch eine kleine Wäsche schadet nicht. Während der Pause verliert der Reifen immer ein wenig Luft, also den Druck kontrollieren. Wie viel in den Reifen muss, steht auf der Reifenflanke, meist in Angaben für minimalen und maximalen Druck. Daher ist eine Pumpe mit Manometer immer sinnvoll. Zur schnellen Kontrolle gebe es aber kleine Reifendruckmesser für die Tasche. Den Prüfdruck mit dem Daumen festzustellen ist zu ungenau.Richtigen Druck per Daumenmethode findenMan könne zwar grob sagen, dass man einen Trekking- oder Rennradreifen auf alle Fälle so weit aufpumpen sollte, dass sich der Reifen beim Drücken mit dem Daumen nicht eindrücken lässt. „Aber dann kann man trotzdem erst bei zwei bar sein, bräuchte aber vielleicht mindestens vier“, sagt Thomas Geisler vom pd-f.Bei Mountainbike- oder Gravel-Reifen, die mit weniger Druck gefahren würden, sei es fast schon unmöglich, den richtigen Druck per Daumenmethode zu finden. Bei den Reifen auch gleich überprüfen, ob der Reifen Steinchen oder andere Fremdkörper eingefahren hat oder sich Beschädigungen wie etwa Risse zeigen. Den Luftdruck prüft man am besten mindestens monatlich.Geht das Licht? Nein? Dann prüfen, ob wirklich alle Steckverbindungen fest sind. Das kann oft der Grund für einen Ausfall sein. Ist es zudem richtig eingestellt? Es darf nicht zu niedrig sein, um weit genug sehen zu können. Aber es darf auch nicht zu hoch justiert sein, denn das Licht darf den Gegenverkehr nicht blenden.

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Pralle Backen: Die Beläge der Bremsen müssen noch in Ordnung sein. FOTO TOBIAS HASE/DPA

Eine ganz grobe Orientierung, ob ein Scheinwerfer blendfrei ist, kann ein Test ermitteln: Das Rad in etwa fünf Metern Abstand an eine Wand stellen. An der Wand wird dann in Höhe des Scheinwerfers eine Markierung angebracht.

Liegt der Kegel des Scheinwerfers darunter, blendet er andere nicht. Bei Bikes mit Federgabel setzt sich der Fahrer am besten drauf. Durch das Einfedern verändert sich der Lichtkegel. Allerdings kann später auf der Straße mit höherer Geschwindigkeit eine andere Einstellung sinnvoll sein. Andere blenden darf er nie.

Moderne LED-Scheinwerfer haben eine sogenannte Hell-Dunkel-Grenze. Hier gibt es einen unteren, sehr hellen und den oberen dunkleren Bereich. Dieser Übergang sollte auf der Fahrbahn zu sehen sein, um blendfrei eingestellt zu sein. Tipp: Probefahrt machen und ausprobieren.

Verschlissene Bremsbeläge sind zu wechseln. Ein Hinweis darauf ist, wenn sie quietschen oder schleifen. Erkennt man, dass die Beläge nicht mehr genügend Material haben, steht ein Austausch an. Manche Beläge haben auch Verschleißanzeigen.

Hydraulische Bremssysteme

Hydraulische Bremssysteme können Luft ziehen. Ein Anzeichen ist, wenn sich der Bremshebel bis zum Griff ziehen lässt. Beim Entlüften rät der pd-f zum Besuch in der Fachwerkstatt.

Auch der Antrieb braucht Aufmerksamkeit. Wer die Kette vernachlässigt, riskiert Schäden an anderen Teilen, wie etwa der Kassette. Auch kann die Kette reißen – es besteht Sturzgefahr. Mit einfachen Mitteln lässt sich die Kette mit einem Lappen grob vom Schmutz befreien. Dabei auch die Schaltröllchen nicht vergessen. Dann Kettenöl – sorgfältig und nicht zu viel – auftragen. Überschüssiges Öl mit einem Lappen abwischen. Für die Kettenpflege gibt es auch spezielle Hilfsmittel, die habe aber nicht jeder daheim, so der pd-f.

Sind alle Schrauben am Rad noch fest? Lockere Verbindungen sind festzuziehen. Aber mit Feingefühl, sonst geht mit zu viel Kraft etwas kaputt. Das gilt vor allem für modernde Fahrräder. Hier sind ganz genau etwaig vorhandene Drehmomentangaben bei Schraubverbindungen einzuhalten. Ein Drehmomentschlüssel ist dann notwendig.

Etwas Glanz kann freilich nicht schaden. Beim Fahrradputz kann schon sehr viel allein mit lauwarmem Wasser, Fahrradreiniger sowie mit Schwamm und Bürste erreicht werden. Vom Hochdruckreiniger rät der pd-f ab, denn er drücke Fett aus den Lagern.

So, alles sauber durchgesehen. Eine Probefahrt ermittelt nun, ob wirklich alles okay ist. Alles mal durchschalten, die Bremsen testen und auf ungewöhnliche Geräusche und Fahreigenschaften achten. Wer die Probefahrt noch zeitig vor dem ersten Ausflug macht, hat noch genügend Zeit, bei größeren Problemen eine Werkstatt zu kontaktieren. dpa