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Unterstützung auf Distanz

Wenn Pflegebedürftige und ihre Angehörigen nicht am selben Ort leben

Unterstützung auf Distanz

Videoberatung kann Entfernungen überbrücken. Viele Pflegebedürftige nehmen die neuen Kommunikationsmöglichkeiten gut an. DJD/COMPASS PRIVATE PFLEGEBERATUNG

Ob Studium, Job oder Partnerschaft: Es gibt viele Gründe, aus denen erwachsene Kinder weit entfernt von ihren Eltern leben. Zum Problem kann das im Pflegefall werden. Erhebungen zufolge wohnen rund 17 Prozent der Hauptpflegepersonen nicht in der Nähe des Pflegebedürftigen.

Verantwortung in der Vermittlerrolle

Eigenhändige Unterstützung beim Einkaufen, Anziehen, Duschen oder Kochen ist für diese sogenannten „Distance Caregiver“ nicht möglich. „Dennoch übernehmen die Pflegenden auf Distanz wichtige Aufgaben und tragen oft große Verantwortung, wenn auch eher in einer Vermittlerrolle“, betont Beatrix Müller-Schaube von der compass private pflegeberatung. „Sie organisieren, recherchieren, intervenieren bei Problemen etwa mit dem Pflegedienst und kümmern sich durch tägliche Anrufe.

Trotzdem haben viele aus der Ferne pflegende Angehörige ein schlechtes Gewissen, weil Pflege eben „da sein“ beinhaltet und sie das nicht leisten können. Zudem fehlen Kontrollmöglichkeiten. „Man muss sich auf das verlassen, was man angestoßen hat und aushalten, dass Sachen nicht so laufen wie gedacht“, weiß die Fachfrau.

Videoberatung überbrückt Entfernungen

Wichtig sei es, sich frühzeitig beraten zu lassen und mit allen Beteiligten ins Gespräch zu kommen. Dafür hat sich gerade bei weit auseinanderlebenden Parteien die Videoberatung bewährt, die durch die Coronapandemie noch einen zusätzlichen Schub erhalten hat. „Es können mehrere Personen an verschiedenen Orten teilnehmen, zum Beispiel der Pflegebedürftige – auch zusammen mit dem Berater – und mehrere Geschwisterkinder oder Enkel. Das funktioniert gut und ist nach Rückmeldung aus der Pflegeberatung oft produktiv“, so Müller-Schaube. Die Berater kennen alle Angebote vor Ort und können so helfen, sich ein gutes Netzwerk aufzubauen. Dazu bieten sie Betroffenen wichtige psychosoziale Entlastung.

Interessant für die Pflege aus der Ferne sind beispielsweise Hausnotrufsysteme, mit denen im Notfall schnell Hilfe vor Ort ist. Technische Ausstattungen an der Wohnung und die Steuerung von dort genutzten Geräten per App durch die Pflegeperson ermöglichen ebenfalls Unterstützung aus der Ferne.

Und auch für die Abstimmung mit dem Pflegedienst, Freunden oder Nachbarn stehen spezielle Apps zur Verfügung. So behalten Angehörige auch auf Distanz den Überblick und können sich bestmöglich einbringen. djd